Eine Familiengeschichte:
1953 – als die Leute langsam zu Wohlstand kamen und man sich den Luxus von Kuchen wieder leisten konnte – eröffneten Erwin und Dora Schuler in ihrem eigenen Haus in der Tölzer Marktstraße eine Konditorei. Oder besser gesagt: ein Tanzcafé, denn bis 1967 spielte hier täglich eine Musikkapelle. Speziell die in der Flintkaserne stationierten US-Soldaten nutzten den "Flirtfaktor" das Hauses, um die "Fräuleins" hierher auf eine Tasse Kaffee einzuladen. In erster Linie war es jedoch die hervorragende gleichbleibende Qualität des süßen Angebotes, dass sich das Café Schuler im vergangenen halben Jahrhundert Generationen von Stammkunden geschaffen hat.
Konditormeister Erwin Schuler erwarb sich seine fundierten Kenntnisse in renomierten Häusern. Sein Fazit lautet: "Immer das Beste für den Gast!"

Während Erwin Schuler in der Backstube neue Torten-, Kuchen- und Pralinenrezepte austüftelte, kümmerte sich seine Frau Dora um den Laden und das Café. 18 Mitarbeiter waren von Anfang an dabei. Personalwechsel gab es in all den Jahren selten, und wenn, dann aus Altersgründen. Dora Schuler (geb. Rest) war übrigens die Tochter eines Konkurrenzbetriebes aus Bad Tölz, wo Herr Schuler auch einen Teil seiner Ausbildung verbrachte.
Seit 1967 wird das Haus als Tagescafé geführt. Der Trend der Zeit ging dazu, dass die Leute lieber draußen als drinnen sitzen möchten, und seit 1981 – als die Marktstraße Fußgängerzone wurde – spielt sich der Café-Betrieb bei schönem Wetter größtenteils unter den Sonnenschirmen draußen ab.

Seit 1. November 2005 leitet Tochter Doris das Café Schuler nach den gleichen Grundsätzen wie Erwin Schuler, der als "graue Eminenz" noch täglich nach dem Rechten sieht.

 
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